Drei Prinzipien, die aus guten Vorsätzen Stimmroutine machen

Viele scheitern nicht an fehlender Willenskraft.
Sie scheitern an einem unbrauchbaren Plan.

Typischer Ablauf:

Du setzt dir ein Ziel.
Du startest stark.
Du machst zu viel auf einmal.

Und dann – irgendwo zwischen Woche 4 und Woche 6 – passiert das, was bei echter Stimmarbeit völlig normal ist:
Der Alltag wird dichter. Die Energie schwankt. Die Stimme braucht Regeneration. Eine Einheit fällt aus oder du entscheidest bewusst: Heute ist Pause sinnvoll.

Wenn dein System dann nur „alles oder nichts“ kennt, kippt es schnell in Selbstkritik:
„Warum halte ich das nicht durch?“
„Andere sind konsequenter.“
„Mit mir stimmt was nicht.“

Doch bei Stimme gilt: Fortschritt ist Belastung + Erholung.
Nicht Dauerleistung. Nicht „jeden Tag“. Sondern ein System, das du über Wochen halten kannst.

Hier sind drei Prinzipien, die ich dafür konsequent nutze – in der Arbeit mit Stimmen genauso wie in jeder anderen Entwicklungsroutine.


1) solide Basis statt Peak

Plane für dein normales Leben – nicht für deine besten Tage.

Die meisten bauen ihre Routine in einem Motivationshoch:
Neujahr, Neubeginn, „jetzt aber wirklich“.

Dann entstehen Peak-Ziele: 45 Minuten, 5–6 Einheiten pro Woche, „alles rein“.
Das funktioniert… bis es nicht mehr funktioniert.

Bei Stimme ist das besonders heikel, weil ein Peak-Plan zwei Dinge ignoriert:

  • Alltagsschwankungen (Zeit, Energie, Fokus)
  • Regeneration (Pausentage sind Training, nicht Lücke)

Vocalflow-Shift: Definiere eine Basislinie, die du auch dann halten kannst, wenn es eng ist.

Beispiele für Basislinien (du wählst eine, die realistisch ist):

  • 8–12 Minuten Stimmbasis (kurz, klar, wiederholbar)
  • oder an Tagen, an denen Stimme Ruhe braucht: 0 Minuten Stimme + 5 Minuten Körper/Atmung/Release/Mindset
    (das ist kein „Ausweichen“, das ist Belastungssteuerung)

Wichtig: Eine gute Basislinie enthält Pausentage als festen Bestandteil. Nicht als Notlösung, sondern als Plan.

Merksatz: Wenn dein Minimum tragfähig ist, steigt dein Durchschnitt. Und du bleibst im Prozess.


2) Richtung statt Perfektion

Du brauchst keinen perfekten Plan. Du brauchst eine klare Richtung – und Feedback.

Viele warten auf „die richtige Methode“, „den perfekten Lehrer“, „den perfekten Zeitpunkt“.
Das klingt sorgfältig – ist aber oft nur Stillstand.

In der Praxis entsteht stimmliche Klarheit durch Eigenwahrnehmung und Bewegung:

  • Du probierst etwas.
  • Du spürst Wirkung.
  • Du justierst.

Richtung ist ein körperliches Kriterium:
Mehr Weite, besserer Kontakt, weniger Druck, stabilerer Atemfluss? Das ist ein „Ja“.
Enge, Überdruck, Anstrengung, Müdigkeit, Widerstand? Das ist Information – nicht Versagen.

Bei Vocalflow ist das der Kern: Wir arbeiten mit dem System, nicht gegen das System.
Du gehst Schritt für Schritt in eine Richtung, die dein Körper mitträgt.


3) Korrektur statt Selbsturteil

Meisterschaft heißt: schnell und freundlich nachjustieren.

Du wirst Einheiten auslassen.
Du wirst Pausen brauchen.
Du wirst Wochen haben, die nicht „ideal“ sind.

Die Frage ist nicht „ob“. Die Frage ist: Wie korrigierst du?

Selbsturteil macht es schwerer, wieder einzusteigen.
Korrektur macht es leichter.

Korrektur klingt so:

  • Was hat diese Woche real gestört: Zeit, Stress, Schlaf, Stimme müde?
  • Was ist die kleinste Anpassung, die es wieder machbar macht?
  • Wo brauche ich mehr Regeneration, wo weniger Druck (von aussen?!), wo mehr Struktur?

Vocalflow-Standard: Wir denken in 4–6-Wochen-Zyklen.
Nicht in „Ich muss jeden Tag liefern“, sondern in:
„Wie sieht ein System aus, das sich über Wochen stabil trägt?“


Ein einfacher Vocalflow-Plan für die nächsten 4–6 Wochen

Wenn du es pragmatisch willst, nimm dieses Raster:

  1. Basislinie festlegen
    „So klein, dass ich sie fast immer schaffe.“
  2. Pausentage bewusst einplanen
    Pause ist kein Ausstieg. Pause ist Teil der Anpassung.
  3. Optional: Peak als Bonus
    Gute Tage = mehr. Aber nie als Pflicht.
  4. Wöchentlicher 3-Minuten-Check
    Was war gut? Was war zu viel? Was mache ich nächste Woche leichter?

Das ist nicht spektakulär.
Aber es funktioniert – weil es stimmphysiologisch sinnvoll ist und alltagstauglich bleibt.


Frage an dich

Wenn du deine Stimmroutine nicht für Peak-Tage, sondern für ein echtes, lebbares System bauen würdest: Was wäre deine Basislinie – und wie viele Pausentage würdest du bewusst einplanen?

Wenn du das hier praktisch umsetzen willst (inkl. Pausentagen und Belastungssteuerung):

Oder kostenlose Routine-Vorlage holen:

Gähnen ist ja so gesund! Teil 2

Warum Gähnen dein Nervensystem regulieren kann – und deine Stimme sofort „aufmacht“

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Gähnen als Regulation für Stimme und Nervensystem - Babys gähnen reflexartig und frei

Im Teil 1 ging es darum, was Gähnen eigentlich ist – und warum wir es uns in unserer Kultur so oft abgewöhnt haben (bis hin zum reflexhaften Unterdrücken).
Hier kommt jetzt der praktische Teil: Was passiert beim Gähnen im Körper – und warum ist dieses „banale“ Verhalten für Stimme, Weite und Resonanz so ein starker Hebel?

1) Gähnen ist kein „Sauerstoff-Problem“ – das ist gut so

Die alte Erklärung „zu wenig Sauerstoff, deshalb gähnen wir“ ist wissenschaftlich nicht besonders tragfähig. Viel sinnvoller ist: Gähnen unterstützt Übergänge im System – zwischen müde und wach, eng und weit, zerstreut und fokussiert.

Und genau deshalb kann es für Stimme und Präsenz so hilfreich sein: Es bringt den Körper in eine andere Organisation, ohne dass du dich „technisch“ anstrengen musst.

Gähnen ist eine gesunde und hilfreiche reflexartige Handlung
Gähnen organisiert den Wechsel zwischen unterschiedlichen inneren Zuständen - ist Regulation

2) Warum Gähnen so „gesund“ sein kann: drei Erklärungsrichtungen

1) Zustandswechsel und Regulation (Arousal-Shift)
Gähnen tritt besonders oft an „Übergängen“ auf: müde → wacher, passiv → aktiver, zerstreut → fokussierter. Es wirkt wie ein biologisches Umschalten, das Aufmerksamkeit und inneren Zustand neu organisiert (ohne dass du „etwas machen“ musst).

2) Thermoregulation / „Brain Cooling“-Hypothese
Ein gut erforschter Ansatz ist die thermoregulatorische Theorie: Gähnen könnte helfen, Gehirnzustände über Kühlung/Temperaturmanagement zu unterstützen (u. a. über die tiefe Einatmung und physiologische Begleitreaktionen). Es gibt dazu über die letzten Jahre mehrere Studien und Übersichtsarbeiten, die diese Vorhersagen stützen (inkl. der Idee eines „thermischen Fensters“, in dem Gähnen wahrscheinlicher ist).

3) Druckausgleich im Ohr (ganz praktisch)
Viele kennen das aus dem Alltag (z. B. beim Fliegen): Gähnen kann helfen, die Eustachische Röhre zu öffnen und damit den Druck im Mittelohr auszugleichen.

Und sozial?
Dass Gähnen „ansteckend“ ist, ist gut belegt – warum genau, ist komplex. Es gibt Hypothesen rund um soziale Synchronisation und Gruppendynamik. Die direkte Gleichsetzung „ansteckendes Gähnen = Empathie“ konnte bisher allerdings nicht eindeutig belegt werden.

Und ja: Das hat mit Persönlichkeit zu tun – „ich nehme mir Raum“

Viele unterdrücken Gähnen reflexhaft, weil es sozial als unpassend gilt.
Wenn du es jedoch (situationsangemessen) zulässt, passiert etwas Interessantes:

Du erlaubst dem Körper eine große, raumnehmende Bewegung, die häufig mit einem inneren Umschalten einhergeht – weg von „klein machen“, hin zu Präsenz.

Psychologisch ist die Idee, dass Körperhaltung Gefühle und Selbstwahrnehmung beeinflussen kann (Embodiment), grundsätzlich plausibel – gleichzeitig ist die starke Selbsthilfe-These „Power Posing macht automatisch selbstbewusst“ wissenschaftlich umstritten. 

Was aber plausibel wirkt:
sich körperlich klein machen (einfallen, zusammenziehen) korreliert verlässlich eher mit weniger Zuversicht und Handlungsbereitschaft.
In diesem Sinn kann Gähnen – als erlaubter, weiter Impuls – ein sehr konkretes Gegenmuster sein: nicht „Pose“, sondern Regulation + Raum.

Und jetzt kommt der Punkt, der für Vocalflow besonders spannend ist: Diese „Raum“-Qualität ist nicht nur psychologisch spürbar – sie zeigt sich auch als sehr konkrete muskuläre Organisation im Hals.

Jawning
Kieferöffnung und Weite im Rachen durch Gähnen

3) Warum es sich im Hals sofort anders anfühlt

Ein echtes (oder gut angedeutetes) Gähnen bringt mehrere Dinge gleichzeitig in Bewegung:

  • Mehr Raum im Rachen (Weite im Pharynx)

  • Weicherer Kiefer und Zunge (weniger Haltearbeit)

  • Mehr Beweglichkeit am Gaumen

  • Ein Atemimpuls, der oft leiser und tiefer wird

  • Ein Kehlkopf, der die Chance hat, tiefer zu finden – ohne Druck

Bis hierhin klingt das nach „Entspannung“. Bei Vocalflow ist es mehr als das: Es ist ein funktionaler Einstieg in eine Grundkoordination.

Die Vocalflow-Basis: Kehlkopf senken (ohne zu drücken)

Bis hierhin klingt das vielleicht nach „Entspannung“. Tatsächlich steckt dahinter aber auch etwas sehr Konkretes: Gähnen aktiviert Koordination, die für die Stimmarbeit eine Basis ist. Bei Vocalflow kommt diese Grundlage früh – weil sie Raum, Resonanz und einen ruhigen Ansatz vorbereitet.

Beim Gähnen passiert etwas, das für die Stimmarbeit Gold wert ist: Der Kehlkopf bekommt die Chance, nach unten zu „finden“ – nicht durch Druck, sondern durch Koordination.
Ein zentraler Spieler dabei ist der M. sternothyroideus. Er gehört zu den sogenannten infrahyoidalen „strap muscles“ und kann den Kehlkopf nach unten führen – genau diese Fähigkeit bildet bei Vocalflow eine frühe Grundlage, weil sie Weite, Resonanz und einen ruhigen Stimmansatz vorbereitet.
Dazu kommen weitere Muskeln der gleichen Muskelgruppe, die die Position des Kehlkopfs mit beeinflussen (z. B. sternohyoideus und omohyoideus). Entscheidend ist nicht „Kehlkopf runterdrücken“, sondern ein System, das loslässt, Raum organisiert und den Kehlkopf stabil in eine tiefere, freie Position begleitet.

Wichtig: Ziel ist nicht, den Kehlkopf aktiv „runterzudrücken“! Wir nutzen das Gähnen als Muster, um eine tiefere Position zu finden – mit Weite, nicht mit Druck.

Mini-Impuls für dein Training

Der „Gähn-Ansatz“

  • Setz dich aufrecht hin, Kiefer locker. Sprich einen Satz – z. B. „Ich bin da.“
  • Dann setze ein Gähnen an (muss nicht maximal sein!). Denk an Weite hinten im Hals. Spüre, was sich verändert!

  • Lass dann einen leisen Seufzer entstehen (ohne Lautstärke, ohne Druck).

  • Danach sprich den Satz erneut:  „Ich bin da.“

  • Spüre nach: Ist die Stimme „klarer“, ruhiger, weniger eng?

Wenn du dabei merkst, dass du Luft hörbar „einsaugst“, der Kiefer fest wird oder du „machst“ statt „passieren lässt“: kleiner werden.

Das ist der Gamechanger!

5) Training realistisch denken: 4–6 Wochen, mit Pausen als System

Gerade bei Grundlagen wie Kehlkopf-Organisation gilt: nicht übertreiben. Der Fortschritt entsteht über Belastung + Erholung – und nicht über „jeden Tag mehr“.

Praktisch heißt das:

  • integriere den Mini-Impuls in deinen Alltag - immer wenn du daran denkst und es gerade passt

  • trainiere die Gähnmuskulatur nicht zu lange am Stück, mach Pausen! (auch diese vielen kleinen Muskeln können müde werden)

  • beobachte Entwicklungen über 4–6 Wochen, nicht nur über 3 Tage


Wenn du nachhaltig trainieren willst (ohne viel Aufwand, aber mit Struktur)

Auf meiner Seite findest du die kostenlose Routine-Vorlage (PDF), die dich genau durch diesen 4–6-Wochen-Ansatz führt (inkl. Pausenlogik). Außerdem gibt es ein 3-Sessions-Paket, wenn du die Grundlagen (u. a. Kehlkopf-Organisation / Weite / Ansatz) individuell sauber auf deine Stimme übertragen willst.

Gähnen ist ja so gesund! Teil 1

Foto: Antony Trivet

Was ist Gähnen?

Gähnen ist ein reflexartiges Verhalten. Der Unterkiefer wird weit geöffnet, die Augen meist zugekniffen oder geschlossen, die Stirn gekräuselt. Atem fließt durch den Mund ein und durch Mund oder Nase wieder aus. Etliche Gelenke, Sehnen und Muskeln werden gedehnt und angespannt (trainiert). Blutdruck und Herzschlag werden erhöht und zwischen Mittelohr und Umgebung findet ein Druckausgleich statt. Gähnen geht oft einher mit dem Strecken des ganzen Körpers, vor allem aber morgens nach dem Aufwachen. Emotionen, Stimmungen und Appetit können durch Gähnen beeinflusst werden.

Seit über 80 Jahren beschäftigen sich Forscher mit dem Phänomen des Gähnens. Dennoch ist die Ursachen des Gähnens bislang nicht bekannt! Es scheint so einfach und ist doch unglaublich komplex.
Eine weit verbreitete Annahme, die auch ich fast immer als erstes höre, wenn ich nach dem Grund des Gähnens frage: „Wenn man zu wenig Sauerstoff im Körper hat, muss man gähnen.“, konnte vom Gähnforscher Richard Provine bereits entkräftet werden.

Gähnen im Tierreich

Auch Tiere gähnen. Fast alle Säugetiere und auch viele Wirbeltiere konnten beim Gähnen beobachtet werden. Ob dabei die Augen geschlossen oder offen sind, spielt hier eine große Rolle. Dadurch wird das echte Gähnen vom Gähnen aus Affekt unterschieden. Gähnen Tiere mit offenen Augen, ist es meist als Droh- oder sexuelle Gebärde zu verstehen.

Gähnt ein Löwe mit geschlossenen Augen, zeigt er ganz klar seine machtvolle Position an. Sein Rudel sich sicher sein, dass keine Gefahr droht, auf der anderen Seite aber ist auch klar, wer hier der Boss ist.
Hunde gähnen, um in die Gänge zu kommen, wenn sie müde sind, aber auch wenn sie unsicher sind oder eine Situation beschwichtigen wollen.

In der Tierwelt gähnen Raubtieren mehr als Pflanzenfresser, und Männchen mehr als Weibchen.

Das macht man nicht!

Mittlerweile direkt mit Müdigkeit oder Langeweile in Verbindung gesetzt, wird Gähnen in unserer westlichen Gesellschaft auch als unhöflich und beleidigend angesehen. Wir haben gelernt, es zu verstecken oder gar zu unterdrücken.

Giovanni Della Casa empfahl in seinem „Erziehungsbuch“ Galateo  schon 1558, überhaupt nicht vor anderen zu gähnen, weil es unhöflich auf sie wirke: „Gelehrte hörte ich oft sagen, dass ‚Gähner‘ im Lateinischen soviel bedeutet wie ‚Faulenzer‘ oder ‚Nichtstuer‘. Vermeide also diese Unsitte, die das Ohr, die Augen und den guten Geschmack beleidigt; schließlich zeigt das Gähnen nicht nur, dass wir der anwesenden Gesellschaft wenig gewogen sind, sondern es wirft auch ein schlechtes Licht auf uns selber. Es sieht aus, als wären wir schläfrig und müden Geistes, was uns nicht eben liebenswürdig macht für diejenigen, mit denen wir umgehen.“

Foto: Cottonbro Studio

Die Gewohnheit, sich beim Gähnen die Hand vor den Mund halten, könnte auch damit zu tun haben, dass der Mundinnenraum Einiges über den Menschen und seinen Gesundheitszustand verrät: Mithilfe der Zungenanalyse kann man verschiedenste Mängel oder gar Krankheiten analysieren. Der Zustand des Gebisses legt die individuellen Gewohnheiten und den Anspruch an Hygiene offen. Mundgeruch, schmutzige, kaputte oder einfach nur schiefe Zähne möchte man nicht aller Welt präsentieren.

Vielleicht steckt aber auch der „Löwengedanke“ dahinter?! Wer sich streckt und ungeniert gähnt, fühlt sich sicher und frei. Diese machtvolle Position ist in unserer hierarchischen Gesellschaft natürlich nicht überall willkommen!

Oder steckt Magie dahinter, wenn wir uns beim Gähnen die Hand vor den Mund halten? Was heute als Zeichen guter Erziehung gilt, war im Mittelalter ein Abwehrzauber. Man fürchtete, bei ungeschütztem Gähnen könnte die Seele aus dem Mund entweichen oder ein Dämon von außen in den Körper eindringen.

Im nächsten Teil erfährst du, warum das Gähnen so gesund ist und was es mit unserer Stimme macht und warum wir es für unsere Gesangstechnik als elementares Training schätzen.

Stimmbildung bei Vocalflow

Unterricht, Kurse und mehr

Ich möchte mehr Menschen erreichen! Was kann ich tun?

Singen tut so gut! Schon lange habe ich den Wunsch, mehr Menschen zu erreichen, mehr Menschen diese Erfahrung zuteil werden zu lassen. Mit VOCALFLOW hatte ich endlich die Möglichkeit, meine Mission zu realisieren.

Mit dem Online-Vocalcoaching konnte ich plötzlich Menschen aus ganz Deutschland, ja sogar auf der ganzen Welt unterrichten. Bis nach New York gelangten bisher meine Unterrichtssessions. Mit den nunmehr räumlich unbegrenzten Möglichkeiten wurde allerdings bald meine Zeit sehr knapp und die Warteliste immer länger.

Meine wissbegierigen und dankbaren Schüler wollte ich nicht vor den Kopf stoßen oder verlieren. Daher kam für mich ein extremer Preisanstieg nicht infrage. Eine andere Lösung musste her:

So entstand „Bleib Dran!“, der erste online-Videokurs von Vocalflow schon im Sommer 2020, ein halbes Jahr nachdem ich Vocalflow ins Leben gerufen hatte.
Diesen Kurs habe ich vor allem für all jene erstellt, die schon Erfahrung mit ihrer Stimme hatten. Die schon mal Gesangunterricht hatten, im Chor oder einer Band gesungen hatten und gern mit mir an ihrer Stimme arbeiten wollten. Wie gesagt, die Warteliste wurde immer länger. 

Ich sammelte Wünsche und Idee und erstellte einen Kurs für Klassiker und Popsänger gleichermaßen. Ein Kurs in dem es um das Stimmtraining geht, um Übungen für eine tragfähige, belastbare, vielseitige und volle Stimme, egal in welchem Genre.

10 Wochen lang arbeitete ich Tag und Nacht und war am Ende sehr stolz, aber auch sehr erschöpft, als der Kurs pünktlich zu den Sommerferien auf Vocalflow.de erschien.

Mit „Bleib Dran!“ kann jeder für sich trainieren, entdecken, wachsen. An welchem Ort und zu welcher Zeit auch immer! 

Weitere Informationen zum Kurs „Bleib Dran!“ findest du hier:

Gruppenflow #5 – Achtsamkeit

Deine Stimme im Flow

Deine Stimme im Flow – Achtsamkeit und Stimme

25.4.22 um 19:00 Uhr online,
wie immer kostenlos

Am 25. April ist es wieder soweit! Der nächsten Gruppenflow steht ganz im Zeichen der Achtsamkeit.

In unseren gemeinsamen Sessions haben wir immer schon großen Wert darauf gelegt, bei uns zu sein, in uns zu hören und zu fühlen, zu reflektieren ohne zu bewerten, uns Zeit für uns zu nehmen. Wir haben achtsam an der Stimme gearbeitet.

Mit „Achtsamkeit und Stimme“ drehen wir den Spieß um. Wir konzentrieren uns auf die Achtsamkeit und wollen erleben wie dieser Perspektivwechsel unsere Stimme beeinflusst.


Bernadette Beckermann, Sängerin, Achtsamkeitslehrerin und Gründerin von „Vergnügte Ruh“ wird als erste Gastdozentin von Vocalflow das Zepter übernehmen. Mit ihrem tiefen Gespür fürs Ganze, für Zusammenhänge zwischen mentaler Gesundheit und künstlerischem Schaffen gibt sie uns Einblicke in ihre Arbeit – als Begleitung auf dem individuellen Weg hin zu einem freien, gesunden und selbstwirksamen Musizieren und Sein.

Bernadette wird uns durch Übungen und Tipps in die besinnliche Welt der Achtsamkeit einführen, wir erleben einen Zustand der Ruhe, des Friedens und der Dankbarkeit. Verbunden mit Übungen für die Stimme zeigt dieser Gruppenflow uns ganz neue Möglichkeiten auf, wie wir beim Stimmtraining, auf der Bühne wie auch im Alltag bei uns bleiben und in uns stimmig sein können.

Wenn du mehr über Bernadette und „Vergnügte Ruh“ wissen willst, schau mal hier.

Gruppenflow #4 – Reflexion

Deine Stimme im Flow – Atem und Stimme

Schön war es mit euch!
Gemeinsam haben wir uns durch den Abend geatmet und haben entdeckt wie erfrischend so ein effek(tiefer) Atmen sein kann. Wir haben viel über den Alltagsatem gelernt und uns auch mit dem Sängeratem, der Stütze beschäftigt.

In diesem Gruppenflow habe ich den Fokus absichtlich eher auf den Atem gelegt und die Stimme etwas weniger beleuchtet:

Das Thema Atem geht uns alle an! Ohne Atem kein Leben! Der „Hauch des Lebens“ – unser Atem ist ein völlig unterschätztes Thema.

Jeden Tag atmen wir zwischen 20.000 und 30.000-mal ein und aus. Meistens atmen wir unbewusst, schlechte Atemgewohnheiten habe sich schon längst eingeschlichen. 

Den ganzen Tag am Schreibtisch – sitzen. Den ganzen Tag in geschlossenen Räumen. Meistens atmen wir unbewusst, schlechte Atemgewohnheiten habe sich eingeschlichen.

Spätestens seit Corona ist das Thema Atmen etwas mehr in den Fokus gerückt. Viele Menschen mussten erfahren, dass freies Atmen nicht selbstverständlich ist und wie beschwerlich alles wird, wenn das Atmen blockiert ist.

Dass man seine Atemmuskulatur trainieren kann, wissen viele nicht. Durch mangelnde Bewegung und eingefallene Haltung wird die Atmung geschwächt.

Körperliche Arbeit wird immer mehr durch technologische Erleichterungen ersetzt. Ein Arbeitstag am Schreibtisch im geschlossenen Raum ist bequem, aber auf lange Sicht sehr schwächend für unseren ganzen Organismus.

Fitnessstudios und-Apps bekommen immer mehr Zulauf, weil wir gemerkt haben, dass Bewegung wichtig ist. Unsere Atmungsmuskulatur möchte allerdings genauso gefordert werden! Dazu müssen wir aber erstmal wieder lernen, „richtig“ zu atmen.

Atmen müssen wir alle. Beim Sängeratem gibt es allerdings einige Unterschiede. Vocalflow schreibt Wissenswertes über den Atmen.
Frische Luft und Bewegung tun auch der Atemmuskulatur gut. Und die brauchst du fürs Singen.

Streck dich! Geh raus an die frische Luft! Nimm dir Zeit! Spüre deinen Atem! Atme ganz ruhig und langsam! Atme groß! Werde groß! Spüre dich!

Für weitere Insides zu „Deine Stimme im Flow – Atem und Stimme“ registriere dich jetzt. Werde Vocalflowler:

Vocalflow-Adventskalender

Vocalflow-Adventskalender auf Instagram

In diesem Jahr hat auch Vocalflow 24 Türchen vorbereitet.

Auf Instagram kannst du jeden Tag ein Kärtchen mit inspirierenden Tipps und Informationen rund ums Singen, Atmen, Sprechen… rund um die Stimme entdecken.
Dazu einen Text mit Worten zum Nachdenken, Übungen zum Ausprobieren und Informationen zum Verstehen.

Natürlich sind die Tipps auch außerhalb der Adventszeit hilfreich 😉

Schau doch mal rein:

Deine Stimme im Flow

Gruppenflow

Gruppenflow #4 – kostenlos

Freitag, den 10. Dezember 2021 um 19:00 Uhr online.

Diesmal mit dem Thema „Atem und Stimme“

Gemeinsam mit anderen Stimmbegeisterten gehen wir auf Entdeckungsreise. Es geht um Stimme, Atem, Verspannung, Anspannung, Entspannung – einfach alles was mit deiner Stimme zu tun hat.

Wir alle atmen Tag und Nacht. Der Atem fließt unwillkürlich und von selbst ein und aus. Zusätzlich kannst du den Atemfluss auch willentlich beeinflussen. Es gibt keinen Bereich im Körper, wo willkürlich und unwillkürlich so knapp nebeneinander sind. 

Der Atem ist das Tor zu mehr Energie und Gesundheit. Er gibt dem Körper und der Stimme Kraft und hilft dir, dich emotional freier zu fühlen. Mit dem freien Atmen bringst du Gefühle in Bewegung. Deine Stimme gewinnt an Energie, Flexibilität, Volumen und Ausdruckskraft!

Das Gruppenmeeting ist für alle Stimminteressierte offen. Erfahrungen mit der Stimme sind keine Voraussetzungen für die Teilnahme. 

Während der Session schalten sich die Teilnehmer die meiste Zeit „stumm“ und trainieren die Übungen in aufmerksamer Eigenverantwortung.

Auch ist eine anonyme Teilnahme möglich, indem während der Session Kamera und Mikrophon ausgeschaltet bleiben und der Name geändert wird, beispielsweise „Gast“.

Gruppenflow – Zeit zum Spüren

Gruppenflow

ZEIT ZUM SPÜREN

Zeit für deine Stimme – Zeit für dich

Wie wunderbar entspannend es doch immer wieder ist, wenn man sich einfach mal Zeit nimmt – Zeit, in sich zu spüren – Zeit, sich ganz intensiv mit sich selbst zu beschäftigen.

Manchmal muss ich mich wirklich zwingen, mir und euch diese Zeit zu lassen. Wenn ich dann aber sehe, wie jeder einzelne von euch nach und nach lockerer und offener wird, sich einlässt auf die Entspannung und anfängt zu strahlen, dann weiß ich, dass es genau diese Zeit braucht!

Zeit zum Spüren ist ein Luxus, den wir uns gönnen sollten!

Die Arbeit an der Stimme ist sehr gut dafür geeignet. Denn die Stimme kannst du nicht anfassen, die musst du erspüren. Du kannst auch meist nicht sehen, welchen Muskel du bewegen oder entspannen sollst. Beim Klavier schreibst du dir den Fingersatz in die Noten und wenn du möchtest, kannst du dir genau anschauen, was deine Finger auf den Tasten machen. Beim Gesang geht das eher weniger. Das ist die Crux an der Sache.

Jede Crux kann man aber auch zum Vorteil machen: Wenn wir wirklich lernen wollen, frei zu singen, müssen wir in uns gehen – uns mit uns selbst beschäftigen. Die Arbeit an Körper, Geist und Seele tut nicht nur dem Singen gut, sondern kann uns als Menschen im Ganzen verändern:

Unsere Körperhaltung verändert sich. Wir sind weniger verspannt oder unterspannt. Wir können freier auf unser Gegenüber reagieren und wirken.

Die Ausstrahlung und Präsenz verändert sich. Wir werden ganz anders wahrgenommen, gesehen und gehört.

Natürlich verändert sich unsere Stimme. Sie wird belastbarer, kräftiger und aufregende Situationen können wir stimmlich viel besser meistern. Sie wird zu einem souveränen und befreiendem Instrument – zu unserer Visitenkarte.

Auch innerlich verändert sich viel. Zahlreiche Studien belegen, dass das Singen gesund macht. Unsere Atmung, die Verdauung, die Beweglichkeit, unsere Konzentrationsfähigkeit und mit alledem unser Selbstbewusstsein werden positiv durch die Arbeit an der Stimme beeinflusst.

Ich bin sehr glücklich und dankbar, im „Gruppenflow“ gemeinsam mit euch bewusst Zeit mit dem Erspüren zu verbringen. Dieses intensive Innehalten und Bewusstmachen ist ein Schatz, den ich gern mit vielen Menschen teile.

In diesem Sinne möchte ich dich ermuntern: Bleib dran! Halte inne! Spür in dich, erforsche deine Gewohnheiten, deine Muster, dein Verhalten. Experimentiere mit neuen, ungewohnten Bewegungen und Abläufen.

Beobachte in verschiedensten Situationen im Alltag deinen Atem, deine Zunge, deinen Kiefer. Spüre die unbewussten „Hilfsspannnungen“ und Stressmuster auf und lass los!

Viel Spaß beim Zeit Nehmen!